Sodbrennen - Ballaststoffreiche Nahrung ist gut, auch bei Sodbrennen. Täglich Vollkornbrot senkt das GERD-Risiko gegenüber Weißbrot um etwa die Hälfte

Wenn Sie Schlucken gelangt die Nahrung durch die Speiseröhre zum Schließmuskel der Speiseröhre - zum sogenannten Magenmund. Dieser öffnet sich um die Nahrung im Magen aufzunehmen und schließt wieder.

Zu enge Kleidung, Bauchfett durch Übergewicht und Liegen nach einer größeren Mahlzeit können dazu führen, dass durch Druck auf den Magenmund dieser länger geöffnet bleibt und Magensaft oder halbverdaute Nahrung aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfließen.

Dies kann in der Speiseröhre zu schmerzhaften Brennen der Schleimhaut führen. Manchmal gelangen dieser Speisebrei und Magensaft bis in den Rachenbereich, wo beides ebenfalls ein Brennen in der Kehle und saures Aufstoßen auslösen.

Welche Lebensmittel Sodbrennen verursachen ist von Mensch zu Mensch anders und jeder muss dies selbst herausfinden und diese Nahrungsmittel reduzieren oder von seinem Speiseplan streichen.

In manchen Fällen liegt auch ein chronisches Sodbrennen vor, was auf jeden Fall ein Arzt abklären sollte. Diese Art eines Sodbrennens nennt man Gastroösophageale Refluxkrankheit - kurz GERD. Was Sie dann essen können, muss über die Eliminationsdiät analysiert werden.


Welche Nahrungsmittel sollte ich bei Sodbrennen konsumieren?

Vollkornbrot und ballaststoffreiche Lebensmittel

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind immer gut, sie helfen auch bei Sodbrennen. Täglich Vollkornbrot senkt das GERD-Risiko gegenüber Weißbrot um etwa die Hälfte.

Bei ballaststoffreichen Lebensmitteln muss besser gekaut werden, was Speichel freigesetzt, der die Speiseröhre schützt. Zudem essen wir weniger, weil das Sättigungsgefühl eher als bei Weißbrot einsetzt und verhindert, dass wir viel essen. Das beugt wiederum Sodbrennen vor.

Jeden Tag sollten Sie 30 g Ballaststoffe aufnehmen, durch eine Mischkost, die Sie durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten erreichen.

Achtung: Aber sind Sie vorsichtig. Wenn Ihre Ernährung einst ziemlich ballaststoffarm war und Sie jetzt die Fasermenge erhöhen, kann es zu Blähungen und Durchfall kommen. Deshalb nur allmählich die Menge steigern. Um eine Verstopfung zu vermeiden, sollten Sie wegen der Ballaststoffzunahme viel trinken.


Gewürze helfen gegen Sodbrennen

Gewürze helfen gegen Sodbrennen wie Ingwer, Kurkuma, Paprika und Zimt. Sie dürfen aber nicht in fettreichen Speisen enthalten sein. Kurkuma und Ingwer bekämpfen sogar Entzündungen und töten Bakterien ab. Wenn genannte Gewürze ihre heilende Leistungsfähigkeit komplett entfalten sollen, müssen sie nicht erst am Ende des Kochens zugefügt werden, sondern schon eher.

Sollten einige Gewürze Ihr Sodbrennen eher verschlimmern, sollten Sie auf diese verzichten.


Wasser und spezielle Tees, die gegen Sodbrennen helfen

Ein Glas Wasser - etwa 150 ml - hilft die Magensäure aus der Speiseröhre in den Magen zurüchzuspülen.

Ulmenrindentee besitzt Schleimstoffe aus löslichen Fasern, die die Schleimhäute im Hals und Verdauungstrakt bedecken und somit entzündungshemmend agieren. Der Tee ist als Pulver käuflich zu erwerben.

Auch Enzianwurzeltee aus der getrockneten Wurzel ist im Reformhaus erhältlich. Von ihm sollten Sie 250 ml vor oder nach einer Mahlzeit einnehmen.


Nahrungsergänzungsmittel gegen Sodbrennen

DGL-Tabletten aus Süßholzextrakt ohne dem blutdruckerhöhenden Glycyrrhizin helfen und beruhigen durch einen Belag auf die Magenschleimhaut. 1 bis 2 Tabletten vor der Mahlzeit kauen.

Calciumpräparate helfen bei Sodbrennen. Denn diese Antazida sind Arzneimittel zur Neutralisierung von Magensäure. Sie sollten diese Arzneimittel vor dem Zubettgehen einnehmen. Die richtige Dosis sind 2 bis 4 Tabletten, eine Menge, die Sie auf keinen Fall überschreiten sollten. Dies bringt nämlich wieder andere Magen-Darm-Probleme mit sich.


Das sollten Sie meiden

Üppige fette Speisen sollten Sie meiden. Denn sie erhöhen den Druck auf den Schließmuskel der Speiseröhre. Als Folge kann ein Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre erfolgen. Zu schnelles Essen und nicht richtig gekaut, verschlimmert die Lage noch. Folge ist ein voller Magen, der nicht schnell genug entleert werden kann. Der Magen braucht längere Zeit die Nahrung aufzuspalten. Auf dem Weg zum Dünndarm wird der Speisebrei zerkleinert. Nahrungsteilchen größer als 3 mm werden zurückgehalten und weiter zerlegt.

Dadurch steigt der Magendruck und das Risiko eines Rückflusses in die Speiseröhre wächst. Deshalb kauen Sie ordentlich, Ihr Magen wird es Ihnen danken.

Im Dünndarm werden die Speisen weiter aufgespalten und die Nährstoffe gelangen in die Blutbahn.

Desto dünner der Speisebrei ist, desto besser wird er weitergeleitet. Dickerer Speisebrei verlangsamt die Entleerung des Magens. Dies erhöht auch das Risiko des Rückflusses. Die Bewegung des Körpers erleichtert es dem Magen. Fettige und üppige Mahlzeiten in den Abendstunden und wenig Bewegung, wodurch auch die Darmbewegungen abnehmen, lassen das Risiko eines Rückflusses von Magensaft in die Speiseröhre steigen.

Deshalb meiden Sie solche schweren Mahlzeiten und essen Sie auch nichts vor dem Zubettgehen.

Menschen, die einen hohen Gesamtfettgehalt und viele gesättigte Fette aufnehmen, haben ein hohes GERD-Risiko. Beispielsweise setzten saftiges Fleisch oder Erdnüsse das Hormon Cholecystokinin frei, das die Magenmundmuskulatur schwächt und dadurch Magensaft in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Essen Sie stattdessen Omega-3-Fettsäuren - sie enthalten die beiden besonders stoffwechselaktiven Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), die im fetten Fisch wie Forelle, Lachs, Makrele Sardinen zu finden sind. Sie sind gesund und wirken noch dazu entzündungshemmend. Ideal ist auch mageres Fleisch. Meiden Sie aber verarbeitetes Fleisch, Salami und Wurstaufschnitt.

Vollfette Milchprodukte steigern die Produktion von Magensäure, dass wiederum Sodbrennen auslösen kann. Magermilch und fettarmer Joghurt sind ideal. Kaufen Sie ungesüßte Produkte und geben Sie zum Süßen Obst hinzu, dass erhöht auch den Fasergehalt der Nahrung. Meiden Sie Hartkäse und essen Sie stattdessen fettarmen Harzer oder Ziegenkäse.


Meiden Sie ferner

Koffein - niemals auf nüchternen Magen einnehmen, Alkohol, Schokolade und salzige Speisen können auch Sodbrennen auslösen. Trinken Sie Kaffee oder Tee erst nach einer Mahlzeit, das hilft Sodbrennen zu vermeiden.

Auch Pfefferminz läßt den Magenmund erschlaffen. Es ist das Methol was diese Wirkung auslöst.


Fazit
Antazidum sind basische Substanzen, die nach Einnahme die Magensäure neutralisieren und somit Sodbrennen lindern. Ein natürliches Antazidum ist unser Speichel und wenn davon ausreichend vorhanden ist, wird Sodbrennen gar nicht erst aufkommen. Durch kauen von Kaugummi wird Speichel produziert.