Eiweiß - Protein -

Eiweiß beeinflusst im Gegensatz zu Kohlenhydraten den Blutzuckerspiegel nicht. Im Körper wird das Eiweiß in Aminosäuren gespalten, die zum einen Bestandteil einer jeden Zelle sind, zudem für den Aufbau von Muskeln, Hormonen und Enzymen gebraucht werden und ferner als Neurotransmitter im Gehirn dienen.

Jedoch eine kohlenhydratfreie Ernährung nötigt den Körper den lebenswichtigen Blutzucker durch den Umbau von körpereigenem Eiweiß in Glukose umzuwandeln, wodurch das lebenswichtige Eiweiß wiederum dem Körper verloren geht.

Eiweiß gewinnt der Körper bei der Nahrungsaufnahme von Fisch, Geflügel, magerem Fleisch, durch Milch- und Sojaprodukte und vor allen durch Eier. Tauschen Sie kohlenhydratreiche gegen eiweißreiche Lebensmittel bei Einhaltung gleich hoher Kalorien hilft dies den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.

Beispiel dazu: Wenn Sie bei einem Reisgericht den Reisanteil reduzieren und beispielsweise durch Geflügel ersetzen - also die gleiche Portionsgröße beibehalten, werden Sie trotzdem satt und verringern somit ihre Glykämische Last (wird mit GL abgekürzt).

Eiweiß ist immer besser als Fett, das vorwiegend gesättigte Fettsäuren enthält, und somit eine Insulinresistenz begünstigt und auch noch verstärken kann.

Fettarme Produkte sind Milch oder Hähnchenbrust ohne Haut, denn sie besitzen nur wenige gesättigte Fettsäuren und sind deshalb kalorienarm. Fisch beispielsweise sollte auf jeden Speiseplan stehen, da er für die Herzgesundheit wichtige Omega-3-Fettsäuren liefert. Gute Eiweißquellen sind auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen, die fettarm sind und reich Balaststoffe enthalten, das sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Für die Regulierung des Blutzuckerspiegels gibt es einige Substanzen, die aus Aminosäuren aufgebaut werden. Deshalb ist es sinnvoll eiweißhaltige Lebensmittel in eine vor allem aus Kohlenhydraten bestehende Mahlzeit zu integrieren. Eiweiß verlangsamt die Verdauung, denn die Eiweißmoleküle müssen erst gespalten werden. Auch Kohlenhydrate benötigen einen entsprechenden Zeitraum des Aufschlusses, was dazu führt, das Zuckermoleküle nur langsam ins Blut gelangen, was sich positiv auf den Blutzuckerspiegel auswirkt.

Eiweiß stimuliert die Bauchspeicheldrüse zur Insulinproduktion, die allerdings dem Blutzuckerspiegel angepasst sein muss. Bei der gleichzeitigen Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydraten verlangsamt sich die Kohlenhydratspaltung und Insulin wird auch nur angemessen produziert. Damit können Sie einer Insulinresistenz entgegensteuern.

Mit Eiweiß abnehmen

Eiweißreiche Kost verlängert die Zeitspanne des Hungergefühls zwischen zwei Mahlzeiten und soll so eine Gewichtsabnahme fördern. Wer eiweißreiches Essen mit niedrigen GI statt eiweißarmer, kohlenhydratreicher Nahrung aufnimmt, kann zahlreiche Kalorien einsparen, da erstgenannte Kost einfach besser sättigt.

Wird dem Körper ausreichend Eiweiß zugeführt, dann wird der Stoffwechsel angekurbelt. Wenn bei einer kohlenhydratarmen Diät mehr Eiweiß als benötigt zugeführt, wird vom Körper aus überschüssigen Eiweiß Kohlenhydrate hergestellt. Sind sowohl zu wenig Eiweiß und zu wenige Kohlenhydrate vorhanden, wird Muskeleiweiß in Glukose umgewandelt. Eine eiweißreiche Kost schützt unseren Körper bei bei kohlenhydratarmer Ernährung vor Muskulaturabbau.

Eiweißprodukte

Milchprodukte (mager, natur)
Frischkäse (bis 20% Fett i. Tr.*), Hüttenkäse, Johurt, Kefir, Milch, Protein-/Eiweiß-Shake, Quark (bis 20% Fett i. Tr.), Käse (bis 20% Fett i. Tr.): Camembert, Harzer Käse, Mozzarella, Schnittkäse von Kuh, Schaf oder Ziege

Fisch
Dorsch, Flunder, Heilbutt, Hering, Lachs, Makrele, Rotbarsch, Sardine, Schellfisch, Scholle, Seelachs, Thunfisch

Fleisch
Aufschnitt, Geflügel ohne Haut, Lamm, Kalbs- und Rindfleisch, Schweinefleisch, Wild

Hülsenfrüchte
Bohne, Erbse, Kicherbohne, Kidneybohne, Linse

Nüsse


*Fett i. Tr. = Fett in der Trockenmasse